Garmisch-Partenkirchen 2026

Im Sommer 2026 zieht es uns abermals in die Berge und wieder geht es in die Alpen. Da ich vor über zehn Jahren bereits den höchsten Berg in Thailand bestiegen habe, dies aber in Deutschland noch nicht geschafft habe, gibt es dringenden Nachholbedarf. Wir mieten uns also eine Ferienwohnung in Garmisch-Partenkirchen, um die Zugspitz-Region kennenzulernen.

Tag 0: Anreise

Nach Garmisch reist man am schnellsten über München an. Google Maps hatte jedoch noch eine Alternativ-Route vorgeschlagen, auf der man etwas intensivere landschaftliche Eindrücke sammeln kann, und so fahren wir über Kempten und Füssen bis hinein nach Österreich und erreichen Garmisch-Partenkirchen "von unten".
Die Fahrt führt uns entlang Füssen und Nesselwang und nahe Pfronten entdecken wir den ersten See auf unserer Reise:
Pfronten
In Garmisch angekommen, unternehmen wir einen kurzen Trip in die Innenstadt.
Garmisch
Ein wenig Schicki-Micki ist das schon alles hier und natürlich gibt es - genau wie in Bad Homburg - auch eine Spielbank:
Garmisch
Joom ist sofort angetan von den vielen Häuser-Malereien.
Garmisch Garmisch
Wir werfen noch einen Blick aus unserem Appartment auf die Berge und entdecken in unmittelbarer Nähe das Zugspitz-Massiv:
Garmisch

Tag 1: Innsbruck

Da das Wetter nicht ganz so doll ist und es in Garmisch ein wenig regnen soll, entfliehen wir Deutschland und machen uns durch die Alpen auf den Weg zu unseren südlichen Nachbarn nach Innsbruck - dort ist heute Sonnenschein angesagt.
Der Weg dorthin führt durch die Berge und ist wirklich sehenswert:
Garmisch Garmisch
Treu begleitet werden wir von meinem zwanzig Jahre alten Audi A6, der uns sicher durch die Bergwelt steuert:
Garmisch

Die Anfahrt nach Innsbruck ähnelt eher der Fahrt in eine Kleinstadt. Auf den Straßen ist fast gar nichts los und wir gelangen ruhig und ungestresst mitten in die Altstadt. Das Altstadt-Parkhaus ist sehr zu empfehlen, hier ist man sofort im Herzen der Stadt.

Direkt am Ausgang des Parkhauses erblicken wir die farbenfrohe Mariahilf-Häuserzeile:
Innsbruck Innsbruck Innsbruck
Weiter in der Innenstadt lohnt sich ein Spaziergang durch die Marie-Theresien-Straße, von der aus man einen herrlichen Blick auf die Kirchen der Stadt und die Berge genießt:
Innsbruck Innsbruck Innsbruck Innsbruck
Natürlich darf auch das berühmte goldene Dachl nicht fehlen:
Innsbruck Innsbruck
Von der Hofburg aus
Innsbruck Innsbruck
gelangt man in den Hofgarten, der sich ausgezeichnet für eine kleine Pause eignet:
Innsbruck
Nach einem kurzen Ausflug auf die andere Seite des Inn
Innsbruck Innsbruck
geht es zurück in den Innenstadt, wo die Ottoburg wartet:
Innsbruck
Und wenn wir schon einmal in Österreich weilen, dann gönnen wir uns heute auch ein Wiener Schnitzel:
Innsbruck

Tag 2: Zugspitze und Eibsee

Die Zugspitze ist mit 2962 m der höchste Berg Deutschlands.
Die Bergstation erreicht man von der deutschen Seite aus entweder per Seilbahn oder per Zahnradbahn mit anschließender Fahrt mit der Gletscherbahn. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, von der österreichischen Seite von Tirol aus mit der Seilbahn hinaufzufahren.
Für die Auffahrt nehmen wir die Zahnradbahn. Die Fahrt dauert etwa 75 Minuten. Das Ticket für die Auf- und Abfahrt kostet 78 EUR pro Person. Dabei kann man frei wählen, ob man die Zahnradbahn oder die Seilbahn nutzen möchte.
Zugspitze Zugspitze
Auf dem Weg nach oben erblickt man den nahegelegegen Eibsee:
Zugspitze
Für das letzte Stück zur Bergstation gibt es eine Gletscherbahn, eine kleine Seilbahn.
Zugspitze Zugspitze
Die Fahrt mit der Gletscherbahn führt an einer Forschungsstation vorbei:
Zugspitze Zugspitze
Oben angekommen bietet sich ein fulminanter Ausblick auf die Alpen in allen Richtungen und ein grandioses Naturpanorama. Etwa 400 Berggipfel (!) sind von hier aus zu sehen. Die Temperaturen (heute ist es minus drei Grad) sind gut geeignet, um der Hitze im Tal an sehr heißen Tagen zu entgehen.
Ganz schön windig ist es auch hier. Das Zugspitz-Haarstyling bei wehendem Wind steht mir doch ganz gut, oder?
Zugspitze Zugspitze Zugspitze Zugspitze Zugspitze Zugspitze Zugspitze Zugspitze
Bei einem kleinen Picknick bekommen wir Gesellschaft von einer Amsel.
Zugspitze
Ob sie genauso frieren mag wie wir?
Das Gipfelkreuz in der Nähe der Bergstation ist nur etwas für sehr erfahrene Bergwanderer und Bergsteiger.
Zugspitze Zugspitze
Wie allgemein bekannt, unterhält auch der deutsche Wetterdienst eine Station auf Deutschlands höchstem Berg.
Zugspitze Zugspitze
Für die Abfahrt nutzen wir die Seilbahn, welche die schnellste Transportoption bietet.
Zugspitze Zugspitze Zugspitze Zugspitze
Der Ausdruck 'Top of Germany' kommt mir irgendwie bekannt vor - letztes Jahr auf dem Jungfraujoch im Berner Oberland hieß es ganz ähnlich 'Top of Europe'. Haben die Schweizer das etwa bei uns abgekupfert?
Zugspitze

Direkt neben der Talstation der Seilbahn liegt des Eibsee. Hier legen wir erst einmal eine Rast ein.

Zu Mittag gibt es heute einen richtigen bayerischen Fleischkäse mit Ausblick auf den See:
Eibsee

In knapp 2 Stunden kann man um den See herumlaufen. Inspiriert durch das schöne Wetter kommen hier schon einmal Gedanken an tropische Gefilde auf.
Eibsee Eibsee Eibsee Eibsee Eibsee Eibsee Eibsee
Die Strecke zurück vom Eibsee zum Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen legen wir abermals mit der Zahnradbahn zurück.
Eibsee Eibsee Eibsee
Da wir in der Schweiz schon sehr viel mit Zahnradbahnen unterwegs gewesen sind, bin ich erstaunt über das hohe Tempo des hiesigen Zuges und schaue mir die Konstruktion einmal etwas genauer an. Die bayerische Landesbahn setzt hier Hybrid-Züge ein, die sowohl als normaler Zug auf den Gleisen der deutschen Bahn verkehren können und ab einem bestimmten Wegpunkt, an dem die Steigungen dann größer werden, auf die Zahnradbahn umschalten. Auf den steilen Strecken am Berg im Zahnradbetrieb geht es dann deutlich langsamer voran.

Tag 3: Schloss Linderhof und Kloster Ettal

Ein weiterer Höhepunkt steht heute auf dem Programm.
Der Wittelsbacher König Ludwig II. wird auch oft als Märchenkönig bezeichnet. Das hat damit zu tun, dass er sehr ausgedehnte Bauprojekte, insbesondere kunstvolle und fantasievolle Schlösser in Auftrag gegeben hat. Als bekanntester Vetreter ist hier das nahe Füssen im Allgäu gelegene Schloss Neuschwanstein zu nennen, welches jedes Jahr Scharen von Touristen aus der ganzen Welt anlockt. Weniger bekannt sind Schloss Herrenchiemsse und Schloss Linderhof, welches wir heute besichtigen. Schloss Linderhof ist übrigens das einzige der drei Schlösser, welches bei einer Bauzeit von 9 Jahren je fertiggestellt wurde, die beiden anderen blieben unvollendet. Wie wir in der Schlossführung erfahren können, liebte es Ludwig II. seine Schlösser quasi 'auf Pump' zu bauen und hatte dabei das Geschick, die Zustimmung durch das Parlement in der konsitutionellen Monarchie Bayerns zu umgehen und trotzdem die notwendigen Gelder für seine Bauprojekte aufzutreiben.

Wir sind recht früh am Morgen unterwegs und beginnen mit einer Führung durch die in der Nähe des Schlosses gelegenen Grotte.
Grotte? Ja, Grotte.
Ludwig II. ließ neben dem Schloss eine komplett künstliche Grotte errichten. Dabei wurde eine Höhle in den Berg hineingeschlagen, die dann später mit künstlichen Stalagtiten und Stalagmiten angereichert wurde. Das Innere der Grotte mutet an wie eine echte Tropfsteinhöhle, mit den wesentlichen Unterschied, dass die hier herunterhängeden Tropfstein-Gebilde komplett künstlich erzeugt wurden, d.h. das Innere der Stalagmiten hier besteht aus Holz oder aus Metall.
In der Grotte ertönt pompös Musik aus Wagners Tannhäuser. Ludwig II. schätzte Wagners Musik sehr und lies in seinen Schlössern gerne Gemälde aus Szenen von Wagners Opern erstellen. Dabei brachte er wie auch ganz allgemein in seinen Bauvorhaben eine unglaubliche Verschwendungssucht zum Ausdruck.
In der Grotte befindet sich auch ein künstlicher kleiner See mit (damals bereits!) beheiztem Wasser, in dem der König baden oder mit einer Gondel herumschippern konnte. Das Gemäde an der Wand zeigt eine Szene aus Wagners 'Tannhäuser':
Linderhof Linderhof
Der Spaziergang durch das Schloss und die Führung durch das Innere des Schlosses lassen erahnen, mit welchem materiellen Überschwang Ludwig II. hier aktiv gewesen sein muss. Ursprünglich war Schloss Linderhof als Kopie des Schlosses Versailles geplant, welches der Bayernkönig zuvor besichtigt hatte, musste aber auf Grund der räumlichen Begrenzung in den Bergen kleiner gehalten werden.
Die Führung durch das Schloss ist auf jeden Fall zu empfehlen, leider dürfen hier keine Fotos gemacht werden. Interessant sind vor allem die vielen Referenzen zum französischen Königshaus, welches Ludwig II. sehr bewunderte, und der Spiegelsaal, welcher mit einer sehr ausgeklügelten Anordnung der Spiegel den Eindruck großer räumlicher Weite aufkommen lässt.
Linderhof Linderhof Linderhof Linderhof Linderhof Linderhof Linderhof Linderhof Linderhof Linderhof Linderhof Linderhof Linderhof Linderhof Linderhof Linderhof Linderhof

Nach einer kurzen Mittagspause und dem Verzehr von einigen Weißwürsten besichtigen wir noch das auf dem Rückweg nach Garmisch gelegene Kloster Ettal:

Kloster Ettal Kloster Ettal Kloster Ettal Kloster Ettal Kloster Ettal Kloster Ettal Kloster Ettal Kloster Ettal Kloster Ettal
Ettal ist mit knapp 700 Einwohnern etwa so groß wie meine Heimat-Kirchengemeinde Winterkasten im Odenwald. Die Vorstellung, dass wir dort ein solch riesiges Kloster wie dieses hier hätten, lässt mich erstaunen.

Tag 4: Olympiaschanze, Eckbauer und historisches Partenkirchen

Bis jetzt sind wir noch gar nicht so viel gewandert und das wollen wir heute nachholen.
In unserem Gästepass ist genau eine Bergbahnfahrt enthalten und die probieren wir einfach mal aus. Der Eckbauer ist ein weniger bekannter Berg, was vermuten lässt, dass dort nicht so viel los ist. Die Vermutung wird sich später bestätigen und wir werden heute eine gemütliche und ruhige Bergwanderung erleben.

Die Talstation der Eckbauer-Gondelbahn befindet sich direkt neben der Olympiaschanze und die schauen wir uns auch sehr gerne einmal an:
Olympiaschanze Olympiaschanze Olympiaschanze Olympiaschanze Olympiaschanze
Mit der Gondelbahn geht es hinauf auf den Eckbauer:
Eckbauer Eckbauer Eckbauer Eckbauer
Oben angekommen bietet sich ein herrliches Bergpanorama.
Eckbauer Eckbauer Eckbauer

Auf dem Weg hinab ins Tal durchstreifen wir den Ort Wamberg, der in unserem Reiseführer als höchstes Kichdorf Deutschlands auf 998 m Höhe beschrieben ist:
Eckbauer
Rekordverdächtig präsentiert sich auch der Friedhof dieses kleinen Dorfes.
Eckbauer
Ob es sich hier um den kleinsten Friedhof Deutschlands handelt?

Auf dem Weg zurück nach Partenkirchen begegnen wir noch einem der vielen Kruzifixe hier:
Eckbauer

Schön anzuschauen ist unterwegs auch die vielfätige Bergfauna, welche sich von unseren heimischen Pflanzen unterscheidet.
Bergflora Bergflora Bergflora Bergflora Bergflora Bergflora Bergflora Bergflora Bergflora

Unten im Tal kommen wir direkt neben der Olympiaschanze an einer Sommerrodelbahn vorbei und entschließen uns spontan zu einer Fahrt:
Somerrodelbahn Somerrodelbahn

Danach spazieren wir noch gemütlich durch die Altstadt von Partenkirchen und sind sehr beeindruckt von den Wandmalereien und der Schönheit des Stadtbildes.
Alt Partenkirchen Alt Partenkirchen Alt Partenkirchen Alt Partenkirchen Alt Partenkirchen Alt Partenkirchen

Joom und ich haben uns mittlerweile mit dem bayerischen Essen angefreundet und heute gibt es ein "Hendl":

Alt Partenkirchen

Den Tag beschließen wir mit einem Spaziergang von unserer Ferienwohnung zum nahegelegenen Rießersee. Der See ist übrigens Namensgeber des gleichnamigen hier beheimateten Eishockey-Vereins.
Garmisch Garmisch Garmisch

Tag 5: Garmisch Classic und Bad Tölz

Da das Wetter grandios ist und der Himmel blau erstrahlt, freuen wir uns auf eine Wanderung in der Bergen. Die 'Garmisch Classic' Tour ist eine der bekanntesten Wanderungen hier und kann sehr empfohlen werden.

Mit der Kreuzegg-Gondelbahn geht es hinauf zur Bergstation und von dort fürt ein herrlicher Bergwanderweg nach oben. Nach etwa einer Stunde erreicht man die Hochalmbahn, von der aus man auf den Osterfelderkopf hinauffahren kann. Auf dem Osterfelderkopf befindet sich die bekannt Alpspixx-Aussichtsplattform, von der aus man einen grandiosen Talblick auf Garmisch-Partenkirchen genießt.
Garmisch Classic Garmisch Classic Garmisch Classic Garmisch Classic Garmisch Classic Garmisch Classic Garmisch Classic Garmisch Classic Garmisch Classic Garmisch Classic Garmisch Classic Garmisch Classic Garmisch Classic Garmisch Classic Garmisch Classic
Vom Osterfelderkopf hinunter ins Tal gelangt man mit den Alpspitz-Bergbahn. Unterwegs in der Bahn bietet sich ein Ausblick auf die Zugspitze und wir sehen ganz entfernt das Gipfelkreuz leuchten.
Garmisch Classic Garmisch Classic Garmisch Classic
Für die Fahrt mit allen drei Bahnen (Kreuzegg, Hochalm, Alpspitz) muss man pro Person etwa 30 EUR berappen.

Nach einer entspannten Pause in unserem Domizil haben wir die Idee, die Umgebung hier noch ein wenig zu erkunden. In der Nähe von Garmisch fließt ja die Isar vorbei und die Flusslandschaft mit dem sehr prägnanten Kiesbett ist durchaus reizvoll. So fahren wir entlang der Isar durch das Tölzer Land, machen ein Picknick

Toelzer Land Toelzer Land
und erreichen schließlich zum krönenden Abschluss des Tages die Perle Bad Tölz:
Toelzer Land Toelzer Land Toelzer Land Toelzer Land Toelzer Land Toelzer Land Toelzer Land
Den Abschluss des Tages bildet ein Spaziergang im Kurpark und nachdem wir heute so viel gelaufen sind, kommt mir das Kneipp-Bad hier gerade recht. Ich kann nur sagen, dass dies für meine müden Beine wahre Wunder bewirkt und mich wieder richtig in Schwung bringt:
Toelzer Land Toelzer Land Toelzer Land

Tag 6: Isar-Stausee und Partnachklamm


Noch beeindruckt vom Isar-Panorama des Vortages entscheiden wir uns den Tag mit einer Wanderung um den nahegelegenen Isar-Stausee bei Krün zu starten. Den Tipp dazu hatte mir übrigens die Komoot-App gegeben.
Die Natur hier ist wirklich fantastisch.
Isar-Stausee Isar-Stausee Isar-Stausee Isar-Stausee Isar-Stausee Isar-Stausee
Unterwegs kommen wir abermals an einem Kneipp-Bad vorbei:
Isar-Stausee
Zum Mittagessen fahren wir ins nahe gelegene Mittelwald ins Karwendelgebirge.
Mittenwald Mittenwald
Und wenn ma scho mol do san, donn gibts heit oa oan richtgen bayerischen Schweinsbroaten:
Mittenwald Mittenwald

Auf dem Rückweg zu unserer Wohnung liegt die Partnachklamm, einer Art Schlucht, durch die sich das Wasser der Partnach quasi über Jahrhunderte durchgefressen hat. Der Besuch der Wassermassen bildet den Abschluss einer ereignisreichen Woche.

Da die Temperaturen hier in Garmisch zwar nicht ganz so stark angestiegen sind wie bei uns zu Hause, es aber dennoch recht warm geworden ist, kommt die Abkühlung in der Klamm gerade recht.
Partnachklamm Partnachklamm Partnachklamm Partnachklamm Partnachklamm
Abends kommt zum ersten Mal in dieser Woche ein Gewitter auf und wir hatten rückblickend (wieder einmal) riesiges Glück mit dem Wetter. Die vergangene Woche war ausgesprochen ereignisreich und vielfältig und wieder einmal haben wir einen tollen Urlaub in den Alpen verbracht.